Zuletzt aktualisiert: 20. September 2026
- Unternehmenspositionierung gibt die Bedeutung vor, die Kommunikationsstrategie übersetzt sie
- Woran erkennst du den Konflikt hinter der Kommunikationsaufgabe?
- Wie wird aus dem Konflikt eine gemeinsame Linie? Ablauf in vier Schritten
- Wie trägt Kommunikation die Positionierung weiter? Drei Beispiele aus dem Alltag
- Was repariert Kommunikation nicht? Risiken und Grenzen
Unternehmenspositionierung gibt die Bedeutung vor, die Kommunikationsstrategie übersetzt sie
Unternehmenspositionierung legt fest, welche Bedeutung ein Unternehmen beansprucht und im Alltag belegen muss. Die Kommunikationsstrategie übersetzt diese Bedeutung in priorisierte Entscheidungen für Zielgruppen, Botschaften und Wege. Ich beginne deshalb nie beim Kanal, sondern bei der Frage hinter der Aufgabe. Wie groß die Lücke zwischen beidem oft ist, zeigt eine Befragung von 1.147 Personen in deutschen Unternehmen: Nur 40 % der Mitarbeitenden kennen die Ziele ihrer Kommunikationsabteilung.
Das Wichtigste in Kürze
- Positionierung benennt eine Bedeutung, die ein Unternehmen im Alltag beweisen muss; die Kommunikationsstrategie ordnet Zielgruppen, Botschaften und Wege.
- In der Leipziger Befragung von 1.147 Personen kennen 80 % des Top-Managements, 58 % des mittleren Managements und 40 % der Mitarbeitenden die Ziele der Kommunikation.
- Weltweit fiel der Anteil engagierter Beschäftigter 2025 auf 20 %, den niedrigsten Wert seit 2020; Kommunikation ohne geklärte Bedeutung ändert daran wenig.
- Der Ablauf hat vier Schritte und beginnt beim Konflikt hinter der Aufgabe, nicht beim Kanalplan.
- Glaubwürdigkeit begrenzt, was Kommunikation tragen kann: Sie repariert keine Führungsentscheidung, die niemand vertritt.
Meine Definition dafür ist kurz: Positionierung ist die Bedeutung, die ein Unternehmen beansprucht und beweisen muss; Kommunikationsstrategie ist die Ordnung, die diese Bedeutung in Zielgruppen, Botschaften und Wege übersetzt. In der Beratung merke ich den Klärungsbedarf daran, dass ein Team Newsletter, LinkedIn, Führungskräfte-Kommunikation und Kampagnen diskutiert, aber auf die Frage nach der gemeinsamen Bedeutung mehrere Antworten nebeneinanderstellt. Dann sind Formate benannt, doch keine Bedeutung ist priorisiert. Eine Kommunikationsstrategie kann diese Priorisierung nicht nachholen. Sie setzt sie voraus.
Wie groß diese Lücke in der Praxis ist, hat ein Forschungsteam der Universität Leipzig um Ansgar Zerfaß und Jana Brockhaus 2024 gemessen. Befragt wurden 1.147 Personen aus Top-Management, mittlerem Management und Belegschaft deutscher Unternehmen. Die Ziele der Kommunikationseinheiten kennen im Top-Management 80 % der Befragten, im mittleren Management 58 % und bei den Mitarbeitenden 40 %. Ich lese das als Positionierungsbefund: Was oben als Bedeutung gilt, kommt unten als Aktivität an.
Der Vergleich der drei Ebenen macht die Arbeitsteilung sichtbar:
| Ebene | Entscheidet über | Ergebnis | Typischer Fehler |
|---|---|---|---|
| Unternehmenspositionierung | Die Bedeutung, die das Unternehmen beansprucht, und die Belege dafür im Alltag | Eine priorisierte Bedeutung, an der sich Handeln messen lässt | Ein glatter Satz, den niemand weiterträgt |
| Kommunikationsstrategie | Zielgruppen, Botschaften, Rollen, Reihenfolge und Wege | Wenige priorisierte Botschaften mit Absender, Anlass und Beleg | Eine Kanalliste ohne Bedeutung dahinter |
| Kanal- und Formatplan | Formate, Taktung und Orte der Veröffentlichung | Ein Redaktionsplan, der der Strategie folgt | Der lauteste Kanal gibt die Richtung vor |
Stand 2026 arbeite ich mit genau dieser Reihenfolge: erst die Frage klären, dann die Struktur ordnen, dann die Bedeutung formulieren. Über Kanäle wird zuletzt entschieden, damit sie einer gemeinsamen Richtung dienen. Wer die Reihenfolge umdreht, erzeugt Aktivität ohne Orientierung.
Woran erkennst du den Konflikt hinter der Kommunikationsaufgabe?
Ein ungelöstes Positionierungsproblem erkennst du daran, dass Kommunikation gefordert wird, ohne dass ihr Gegenstand priorisiert ist. Dann soll etwa eine Innovation sichtbarer werden, doch intern bleibt offen, welchen Stellenwert sie hat, welche Verantwortung damit verbunden ist und welche Kernbotschaft das Unternehmen vertreten kann. Die sichtbare Aufgabe lautet: Wir brauchen mehr Aufmerksamkeit. Die eigentliche Frage lautet: Was wollen wir mit dieser Innovation über uns selbst sagen?
Mehr Sichtbarkeit kann ein ungeklärtes Profil deutlicher zeigen. Das ist das Risiko. Ich halte Konflikte an dieser Stelle für eine Einladung. Wenn Vertrieb, Entwicklung, Personal und Kommunikation unterschiedliche Schwerpunkte setzen, liegt darin Material für eine bessere Struktur. Wer den Konflikt überspringt, erhält meist eine glatte Formulierung, die niemand im Alltag konsequent weiterträgt.
Die Leipziger Befragung zeigt, wie sich das im Unternehmen anfühlt. Nur 50 % im Top-Management, 36 % im mittleren Management und 30 % der Mitarbeitenden geben an, dass die Kommunikationsabteilung sie bei der Erfüllung der eigenen Aufgaben unterstützt. Wenn zwei von drei Führungskräften der mittleren Ebene keinen Nutzen für ihre Arbeit sehen, fehlt selten ein Kanal. Es fehlt die geteilte Bedeutung, an der Kommunikation ansetzen kann.
Der zweite Indikator ist Gleichgültigkeit statt Widerstand. Gallup misst seit Jahren, wie viele Beschäftigte sich ihrer Arbeit verbunden fühlen. Weltweit fiel der Anteil engagierter Beschäftigter 2025 auf 20 %, den niedrigsten Wert seit 2020. Wer hier eine Kampagne startet, kommuniziert gegen Desinteresse. Umso wichtiger ist es, zuerst die Frage zu klären, die Menschen tatsächlich beschäftigt.
Eine weitere Grenze sehe ich bei Themen, die intern als Stärke gelten, aber nur punktuell kommuniziert werden. Ohne Kontinuität und verantwortete Erzählung bleibt eine Innovation unsichtbar. Das ist kein Content-Problem, sondern eine offene Prioritätsentscheidung.
Ich würde deshalb keine Kampagne freigeben, bevor ein Satz beantwortet ist: Welche Bedeutung soll dieses Thema weitertragen, und woran kann die Organisation diesen Satz im Handeln messen?
Wie wird aus dem Konflikt eine gemeinsame Linie? Ablauf in vier Schritten
Der Ablauf für Unternehmenspositionierung und Kommunikationsstrategie hat vier Schritte: Kommunikationsfrage schärfen, Perspektiven und Konflikte sammeln, Bedeutung und Botschaft priorisieren, dann Kanäle und Formate ausrichten. Ich behandle die Reihenfolge als Arbeitsdisziplin. Sie verhindert, dass der lauteste Kanal die Richtung vorgibt. Jeder Schritt endet mit einem Ergebnis, das du aufschreiben kannst. Erst dann beginnt der nächste.
Erstens formuliere ich die Kommunikationsfrage so konkret wie möglich. Nicht: Wie werden wir sichtbarer? Sondern: Welche Bedeutung soll unsere Veränderung für die Menschen haben, die mit uns arbeiten? Die Frage ist erst arbeitsfähig, wenn sie ein konkretes Thema, die betroffenen Menschen und die zu klärende Bedeutung nennt und zugleich festlegt, was ausdrücklich nicht entschieden wird.
Zweitens kommen die unterschiedlichen Perspektiven auf den Tisch. Führung, Fachbereiche und Kommunikation sehen oft verschiedene Risiken. Ich suche keinen schnellen Konsens. Ich suche die Konfliktlinie: Wo widersprechen sich Anspruch, Alltag und Erwartung von außen? Wie ungleich Beteiligung verteilt ist, zeigt der European Working Conditions Survey 2024 von Eurofound: Knapp 50 % der Beschäftigten in Finanzdienstleistungen, Bildung und öffentlicher Verwaltung werden bei der Verbesserung von Arbeitsorganisation und Abläufen einbezogen, in Landwirtschaft, Handel und Verkehr sind es 30 % oder weniger. Wer Perspektiven nur dort sammelt, wo Beteiligung ohnehin üblich ist, übersieht die Konfliktlinie.
Drittens wird verdichtet. Das Ergebnis muss keine lange Formel sein. Es braucht eine klare Bedeutung und wenige priorisierte Botschaften. Jede Botschaft braucht einen Absender, einen Anlass und einen Beleg im Unternehmensalltag. Ohne diese Verbindung bleibt Positionierung Behauptung.
Viertens folgt die Kommunikationsstrategie. Dann werden Zielgruppen, Ziele, Themen, Rollen, Taktung und Wege entschieden. Ich beteilige Mitarbeitende der Unternehmenskommunikation an der Entwicklung, statt die Strategie nur weiterzureichen. Welche Wege tragen, ist eine empirische Frage. In einer Befragung von 153 Beschäftigten eines Krankenhauses im Umbau (Ellis et al., 2023) nannten 43,8 % informelle Gespräche, 43,1 % E-Mails und 39,2 % einen veränderungsspezifischen Newsletter als nützlichste Wege; 66 % hielten mehrere Wege parallel für nützlich. Social Media gehört in diesen vierten Schritt. Es kann eine Botschaft sichtbar machen. Es beantwortet aber nicht die Positionierungsfrage.
Entscheidungskriterien: intern klären, externe Beratung oder Agentur?
Für die Frage, wer den Ablauf trägt, sehe ich drei Optionen: Ihr klärt intern, ihr holt externe Kommunikationsberatung für die Konflikt- und Bedeutungsarbeit, oder ihr beauftragt eine Agentur für Umsetzung und Formate. Als Auswahlkriterien nutze ich drei Fragen. Ist die Führungsentscheidung getroffen? Gibt es intern jemanden, der den Konflikt moderieren kann, ohne Partei zu sein? Braucht es zuerst Bedeutung oder zuerst Material? Interne Klärung ist die Alternative, wenn Führung und Fachbereiche bereits eine gemeinsame Frage haben. Eine Agentur passt, wenn Bedeutung und Botschaft stehen und Formate fehlen. Externe Beratung ist dort sinnvoll, wo der Konflikt selbst noch unausgesprochen ist.
Kosten und Nutzen ehrlich einordnen
Ich nenne keine Preise, weil der Aufwand von Konflikttiefe, Zahl der Beteiligten und Entscheidungstempo abhängt. Zwei Zahlen helfen bei der Einordnung des Nutzens. Erstens: Nur 53 % im Top-Management, 59 % im mittleren Management und 40 % der Mitarbeitenden halten die Ressourcen für die Kommunikationsabteilung für gerechtfertigt. Kommunikation ohne sichtbare Bedeutung verliert also intern den Rückhalt für ihre Kosten. Zweitens: Geringes Engagement kostete die Weltwirtschaft laut Gallup zuletzt rund 10 Billionen US-Dollar an Produktivität, etwa 9 % des BIP. Kommunikation allein ändert diese Zahl nicht. Stand 2026 ist für mich der Nutzen einer Klärung daran messbar, ob Führung und Teams dieselbe Bedeutung in einem Satz nennen können.
Für das erste Klärungsgespräch nutze ich eine Checkliste mit sieben Punkten:
- Die Kommunikationsfrage steht in einem Satz, mit Thema, betroffenen Menschen und zu klärender Bedeutung.
- Es ist benannt, was ausdrücklich nicht entschieden wird.
- Vertreter:innen von Führung, Fachbereichen und Kommunikation sitzen am Tisch, nicht nur die Auftraggeber.
- Die Konfliktlinie ist beschrieben: Wo widersprechen sich Anspruch, Alltag und Außenerwartung?
- Jede Botschaft hat Absender, Anlass und einen Beleg im Alltag.
- Die Rollen für interne und externe Kommunikation sind zugeordnet.
- Kanäle und Formate werden erst nach den Punkten eins bis sechs festgelegt.
Wenn die Frage bereits feststeckt, hilft der Blick auf Methode und Leistungen von Anfang: Erst Konflikte strukturieren, dann eine Narration und ihre Kommunikation entwickeln.
Wie trägt Kommunikation die Positionierung weiter? Drei Beispiele aus dem Alltag
Eine geklärte Positionierung wird im Alltag daran erkennbar, dass interne und externe Kommunikation dieselbe priorisierte Bedeutung aufgreifen, ohne gleich zu klingen. Die folgenden drei Beispiele sind neutrale Entscheidungsrahmen, keine Kundenfälle. Als Ausgangslage nehme ich ein Unternehmen, das seine Zusammenarbeit neu ordnen will. Die priorisierte Bedeutung lautet: Wir machen Zuständigkeiten transparent, damit Entscheidungen nachvollziehbar getroffen werden können.
Beispiel 1, intern: In einem Gespräch mit Führungskräften und Teams lautet die Botschaft: Ab dem vereinbarten Zeitpunkt werden Entscheidungen den zuständigen Rollen zugeordnet; offene Zuständigkeiten werden im Team geklärt. Der Weg ist ein Teammeeting mit Raum für Rückfragen. Die Sprache ist konkret und die Detailtiefe hoch: Welche Rolle entscheidet? Was ändert sich im Ablauf? Wo bleibt etwas offen? Die Handlungsaufforderung richtet sich an die Beteiligten: Prüft eure Zuständigkeiten und bringt ungeklärte Fälle ein.
Beispiel 2, extern: Für Kund:innen und Partner:innen bleibt die Aussage unverändert: Entscheidungen und Zuständigkeiten sollen nachvollziehbar sein. In einer kurzen Information über den passenden externen Kommunikationsweg wird daraus: Für Anliegen gibt es klar benannte Ansprechpersonen und nachvollziehbare Wege. Interne Rollen, offene Klärungen und einzelne Abläufe müssen dort nicht erklärt werden. Die Handlungsaufforderung ist entsprechend anders: Wendet euch mit eurem Anliegen an die genannte Anlaufstelle.
Beispiel 3, Führungskraft im Widerspruch: Eine Bereichsleiterin soll erklären, warum eine Zuständigkeit an ein anderes Team geht, und hält die Entscheidung selbst für falsch. Die Bedeutung bleibt unverändert: Zuständigkeiten sollen transparent sein. Ihre Botschaft darf den Widerspruch benennen: Ich hätte anders entschieden, ich trage die Entscheidung mit, und so wird sie nachvollziehbar. Vor dem Gespräch wird geklärt, ob sie das so sagen darf. Wenn nicht, ist die Kommunikationsaufgabe zu früh gestellt.
Warum die Art der Information zählt, zeigt eine Studie von Köhler, Ritter und Kauffeld (2024) mit 427 Beschäftigten eines Stahlunternehmens im Umbau: Die Befragten verteilten sich auf sechs Profile der Veränderungsbereitschaft, von 34,2 % Proaktiven bis 3,5 % Verweigerern; wie fair jemand die Information über die Veränderung erlebte, sagte die Profilzugehörigkeit voraus, und die Verweigerer bewerteten diese informationale Fairness am niedrigsten. Für die drei Beispiele heißt das: Die Detailtiefe intern ist kein Zusatz. Sie ist der Beleg der Bedeutung.
Ich prüfe deshalb bei Texten, Meetings und Formaten: Welche Bedeutung soll unverändert bleiben? Und was muss diese Zielgruppe konkret wissen oder tun? Wenn das noch unklar ist, ist die Botschaft zunächst eine Arbeitsfrage, keine fertige Ansage.
Was repariert Kommunikation nicht? Risiken und Grenzen
Kommunikation repariert keine widersprüchliche Realität, keine ungeklärte Verantwortung und keine Entscheidung, die niemand vertreten will. Sie kann Konflikte sichtbar machen, Bedeutung strukturieren und Verständigung ermöglichen. Sie kann jedoch kein Vertrauen behaupten, wenn Abläufe, Führung oder Zusammenarbeit das Gegenteil vermitteln. Das größte Risiko einer großen Kommunikationsinitiative liegt genau hier: Sie macht den Widerspruch zwischen Anspruch und Alltag für alle sichtbar.
Ich bin ehrlich: Manchmal ist die Kommunikationsaufgabe zu früh gestellt. Vor einem Kommunikationsauftrag prüfe ich drei offene Voraussetzungen: Ist eine Führungsentscheidung getroffen? Ist die zuständige Rolle geklärt? Braucht es zuerst ein Gespräch zwischen den beteiligten Bereichen? Bleibt einer dieser Punkte offen, benenne ich die offene Frage, statt die Kommunikation aufzublähen.
Wie stark Kultur und Führung den Rahmen setzen, zeigt eine Befragung der Bertelsmann Stiftung unter 2.641 Beschäftigten (Februar bis März 2025): Nur 50,7 % planen in den kommenden zwölf Monaten eine Weiterbildung, und 60,8 % sehen eine oder mehrere Barrieren in der Unternehmenskultur. Keine Botschaft räumt eine kulturelle Barriere weg. Kommunikation kann sie benennen und Klärung einfordern, aber nicht ersetzen.
Auch neue Werkzeuge wie KI beantworten diese Prüfpunkte nicht. Die Berufsfeldstudie 2024 des Bundesverbands der Kommunikatoren zeigt die Lücke aus Sicht der Profession: Lediglich 30 % sehen die Kommunikationseinheiten für die Transformation durch KI gut gerüstet, 54 % wollen interne Zielgruppen zu KI beraten. Stand 2026 gilt für mich: Ein Werkzeug beschleunigt die Produktion von Material. Es klärt keine Bedeutung.
Wann eine große Kommunikationsinitiative nicht geeignet ist: wenn ein Unternehmen seine behauptete Bedeutung nicht im Handeln zeigen kann, wenn die Führungsentscheidung noch aussteht oder wenn der Konflikt zwischen den Bereichen noch von niemandem ausgesprochen wurde. Dann ist Klärung die bessere Option, und zwar vor jedem Format. Eine Präferenzfrage ist etwas anderes. Ob ein Thema zuerst im Gespräch, im Artikel oder auf einer Veranstaltung weitergetragen wird, hängt von Zielgruppe, Anlass und Ressourcen ab.
Häufige Fragen (FAQ) zu Unternehmenspositionierung und Kommunikationsstrategie
Diese Fragen höre ich in Klärungsgesprächen am häufigsten. Die Antworten sind kurz gehalten, damit du sie im Team weitertragen kannst.
Was unterscheidet Unternehmenspositionierung von Markenpositionierung?
Unternehmenspositionierung beantwortet, welche Bedeutung die Organisation als Ganzes für Mitarbeitende, Kund:innen und Partner:innen beansprucht. Markenpositionierung ordnet ein Produkt oder eine Leistung im Markt ein. Beides kann zusammenfallen. In Veränderungsprozessen zählt zuerst die Unternehmensebene, weil dort Verantwortung und Glaubwürdigkeit entschieden werden.
Braucht ein mittelständisches Unternehmen überhaupt eine Kommunikationsstrategie?
Ja, sobald mehrere Menschen nach außen oder nach innen sprechen und dabei unterschiedliche Bedeutungen weitertragen. Die Strategie muss nicht lang sein. Eine Seite mit Bedeutung, drei priorisierten Botschaften, Rollen und Wegen reicht oft, wenn sie bei Entscheidungen herangezogen wird.
Welche Anbieter oder Optionen sind für die Klärung empfehlenswert?
Empfehlenswert ist die Option, die zu deiner Ausgangslage passt: interne Klärung, wenn eine gemeinsame Frage schon existiert; externe Kommunikationsberatung, wenn der Konflikt unausgesprochen ist; eine Agentur, wenn Bedeutung und Botschaft stehen und Formate fehlen. Prüfe Anbieter an den Entscheidungskriterien aus dem Ablauf, nicht an Referenzlisten.
Wie lange dauert es, bis Positionierung und Strategie stehen?
Die Dauer hängt von Konflikttiefe und Entscheidungstempo ab, deshalb nenne ich keine Wochenzahl. Verlässlich ist die Reihenfolge: Frage, Perspektiven, Bedeutung, Wege. Der erste Schritt ist in einem Gespräch machbar, wenn die Beteiligten mit Entscheidungsbefugnis am Tisch sitzen.
Woran merke ich, dass die Kommunikationsstrategie im Alltag angekommen ist?
Wenn Führung, Fachbereiche und Kommunikation dieselbe Bedeutung in einem Satz nennen können und Entscheidungen im Alltag mit dieser Bedeutung begründet werden. Ein einfacher Test: Frag zehn Kolleg:innen aus verschiedenen Bereichen nach den Zielen eurer Kommunikation und vergleiche die Antworten.
Für mich ist klar: Unternehmenspositionierung und Kommunikationsstrategie brauchen beides, Haltung und Struktur. Erst dann entsteht Kommunikation, die Teams weitertragen können. Welche Frage hinter deiner aktuellen Kommunikationsaufgabe bleibt bisher unausgesprochen?


