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Konfliktarten sind unterscheidbare Ursachen von Spannungen in Teams und Organisationen: Sach-, Ziel-, Interessen-, Verteilungs-, Rollen-, Beziehungs-, Werte- und Strukturkonflikte. Die richtige Konfliktklärung beginnt mit der Frage, was tatsächlich kollidiert. Fakten brauchen eine gemeinsame Grundlage, Zielkonflikte eine Priorität, Rollenkonflikte ein Mandat und Beziehungskonflikte eine direkte Verständigung über Wirkung, Erwartungen und Grenzen.

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Das Wichtigste in Kürze:
  • Konfliktarten beschreiben den Konfliktkern, nicht Lautstärke oder Stil eines Streits.
  • Der sichtbare Anlass und die eigentliche Ursache sind oft verschieden.
  • Eine Moderation strukturiert Perspektiven, ersetzt aber keine notwendige Führungsentscheidung.
  • Für tragfähige Vereinbarungen müssen Konfliktart, Entscheidungsmandat und Umsetzung zusammenpassen.
  • Stand 2026 bleiben klare Rollen, nachvollziehbare Prioritäten und respektvolle Kommunikation die Grundlage wirksamer Konfliktklärung.

Inhaltsverzeichnis
  1. Was sind Konfliktarten in Teams und Organisationen?
  2. Welche Konfliktarten prägen den Arbeitsalltag?
  3. Wie unterscheiden sich Sach-, Rollen- und Beziehungskonflikte?
  4. Welche Auswahlkriterien bestimmen die passende Konfliktbearbeitung?
  5. Wie läuft die Klärung von Konfliktarten im Team ab?
  6. Welche Konfliktmanagement-Methode passt zu welcher Konfliktart?
  7. Welche Praxisbeispiele machen Konfliktarten greifbar?
  8. Welche Risiken und Grenzen hat Konfliktmanagement?
  9. Wie lassen sich Kosten und Nutzen einer Konfliktklärung bewerten?
  10. Checkliste für die Einordnung von Konfliktarten
  11. Wann ist Kommunikationsberatung bei Konfliktarten nicht die richtige Wahl?
  12. Was folgt nach der Einordnung von Konfliktarten?
  13. Häufige Fragen (FAQ) zu konfliktarten

Was sind Konfliktarten in Teams und Organisationen?

Konfliktarten sind Kategorien, mit denen sich Spannungen nach ihrer Ursache einordnen lassen. Ein Konflikt ist ein Widerspruch zwischen Zielen, Erwartungen, Interessen, Deutungen oder verfügbaren Ressourcen, der die Zusammenarbeit beeinträchtigt. Die Einordnung verhindert, dass Teams über Symptome streiten, obwohl die eigentliche Entscheidung, Regel oder Zuständigkeit offen ist.

Ein Streit über einen Termin wirkt häufig wie ein Sachkonflikt. Tatsächlich stehen oft konkurrierende Prioritäten, fehlende Freigaben oder unklare Ressourcen dahinter. Wer ausschließlich über den Termin spricht, behandelt die Oberfläche. Wer klärt, welches Ziel Vorrang hat und wer entscheiden darf, bearbeitet den Konfliktkern und schafft eine Grundlage für den nächsten Arbeitsschritt.

Konflikte verlaufen selten nur auf einer Ebene. Eine doppelte Zuständigkeit erzeugt etwa Verzögerungen, diese Verzögerungen beschädigen Vertrauen und der Ton verschärft sich. Für die erste Intervention zählt dennoch die dominante Ursache. Erst die Strukturfrage lösen, dann die belastete Zusammenarbeit bearbeiten: Diese Reihenfolge verhindert, dass persönliche Gespräche fehlende Entscheidungen verdecken.

Welche Konfliktarten prägen den Arbeitsalltag?

Im beruflichen Alltag treten Konflikte besonders häufig als Sach-, Ziel-, Beurteilungs-, Interessen-, Verteilungs-, Rollen-, Beziehungs-, Werte- oder Strukturkonflikte auf. Die Begriffe ersetzen keine sorgfältige Einzelfallanalyse. Sie schaffen jedoch eine gemeinsame Sprache, die Vorwürfe in prüfbare Fragen übersetzt und damit aus einem diffusen Streit eine bearbeitbare Aufgabe macht.

  • Sachkonflikt: Informationen, Begriffe oder Annahmen werden unterschiedlich bewertet. Die Klärungsfrage lautet: Welche Grundlage gilt?
  • Zielkonflikt: Mehrere Ziele konkurrieren miteinander. Die Klärungsfrage lautet: Welches Ziel hat Vorrang?
  • Beurteilungskonflikt: Das Ziel ist geteilt, der Weg dorthin bleibt strittig. Die Klärungsfrage lautet: Nach welchen Kriterien wird entschieden?
  • Interessenkonflikt: Beteiligte verfolgen unterschiedliche Anliegen. Die Klärungsfrage lautet: Welche Interessen sind berücksichtigungsfähig und verhandelbar?
  • Verteilungskonflikt: Zeit, Budget, Aufmerksamkeit oder Entscheidungsspielraum sind knapp. Die Klärungsfrage lautet: Nach welcher Logik wird verteilt?
  • Rollenkonflikt: Erwartungen an Verantwortung und Autorität widersprechen sich. Die Klärungsfrage lautet: Wer entscheidet, wer setzt um und wer wird beteiligt?
  • Beziehungskonflikt: Vertrauen, Anerkennung oder Umgangsformen sind beschädigt. Die Klärungsfrage lautet: Was muss ausgesprochen und künftig anders gehandhabt werden?
  • Werte- und Strukturkonflikt: Überzeugungen, Regeln, Anreize oder Prozesse geraten in Widerspruch. Die Klärungsfrage lautet: Welche Grenze oder Organisationslogik gilt verbindlich?

Auch heiße und kalte Konflikte verlangen unterschiedliche Aufmerksamkeit. Ein heißer Konflikt ist offen sichtbar und emotional aufgeladen. Ein kalter Konflikt zeigt sich durch Rückzug, Verzögerungen, stille Blockade oder Dienst nach Vorschrift. Schweigen ist keine Einigung, wenn Aufgaben liegen bleiben, Informationen nur noch informell fließen oder Abstimmungen ausweichen.

Die ConflictA-Studie der Konfliktakademie der Universität Bielefeld untersucht Konfliktwahrnehmungen in kommunalen Verwaltungen auf unterschiedlichen Hierarchieebenen. Egoismus und fehlende Solidarität gelten dabei über alle Ebenen hinweg als Hauptursachen. Das zeigt, warum Konflikte nicht bei ihrem sichtbaren Anlass stehen bleiben dürfen.

Wie unterscheiden sich Sach-, Rollen- und Beziehungskonflikte?

Sach-, Rollen- und Beziehungskonflikte unterscheiden sich durch die Frage, die beantwortet werden muss. Beim Sachkonflikt geht es um Informationen oder Bewertungsmaßstäbe, beim Rollenkonflikt um Verantwortung und beim Beziehungskonflikt um Vertrauen und Umgangsformen. Die passende Methode ergibt sich aus dieser Frage, nicht aus der Sichtbarkeit des Streits.

KonfliktartTypische PrüffragePassende BearbeitungRisiko bei falscher Reaktion
SachkonfliktWelche Information oder Annahme ist strittig?Begriffe, Faktenbasis und Bewertungsmaßstab klärenMeinungen werden als Tatsachen behandelt
Ziel- oder BeurteilungskonfliktStreiten wir über das Ziel oder den Weg?Prioritäten und Entscheidungskriterien festlegenBereiche optimieren in verschiedene Richtungen
Rollen- oder StrukturkonfliktWelche Verantwortung ist offen oder doppelt vergeben?Mandate, Schnittstellen und Eskalationsweg definierenSystemfehler werden personalisiert
Beziehungs- oder WertekonfliktIst Vertrauen, Respekt oder eine Grenze verletzt?Wirkung ansprechen, Erwartungen und Grenzen vereinbarenDie Sache ist entschieden, die Zusammenarbeit bleibt belastet
Verteilungs- oder InteressenkonfliktWelche Ressource oder welches Anliegen kollidiert?Abwägung und Verteilungslogik transparent entscheidenInformelle Macht ersetzt nachvollziehbare Regeln
Konfliktarten werden über Ursache und notwendige Klärung unterschieden, nicht über die Intensität einer Auseinandersetzung.

Die Kategorien dürfen nicht schematisch verwendet werden. Ein Rollenkonflikt kann zugleich eine Beziehungsebene erzeugen, wenn Menschen sich wiederholt übergangen fühlen. Dann wird zunächst die Verantwortung eindeutig geregelt. Danach folgt die Verständigung über die entstandene Wirkung, damit neue Zuständigkeiten nicht unter altem Misstrauen umgesetzt werden.

Welche Auswahlkriterien bestimmen die passende Konfliktbearbeitung?

Die passende Konfliktbearbeitung richtet sich nach Konfliktkern, Beteiligtenkreis, Entscheidungsmandat, Zeitdruck und Folgewirkung. Harmonie ist kein ausreichendes Auswahlkriterium. Tragfähig ist ein Vorgehen, wenn es die offene Frage beantwortet und die Vereinbarung im Arbeitsalltag durch die zuständigen Personen umgesetzt werden kann.

  • Konfliktkern: Die dominante Konfliktart benennen und Nebenebenen festhalten.
  • Beteiligte: Personen einbeziehen, die betroffen sind, relevantes Wissen besitzen oder entscheiden dürfen.
  • Mandat: Vorab klären, ob das Gespräch informiert, berät, vorbereitet oder entscheidet.
  • Grenzen: Verhandelbare Interessen von verbindlichen Vorgaben und Verhaltensgrenzen trennen.
  • Folgeschritt: Festlegen, wer dokumentiert, kommuniziert und die Umsetzung überprüft.

Besonders wichtig ist die Trennung von Verständigung und Entscheidung. Beteiligte können Perspektiven nachvollziehen und trotzdem eine Führungskraft brauchen, die eine Priorität setzt. Umgekehrt kann eine formale Entscheidung getroffen sein, während Akzeptanz und Vertrauen fehlen. Konfliktklärung verbindet beide Aufgaben, ohne sie zu verwechseln.

Sorgfalt, Fairness und der Schutz von Personen geben Konfliktgesprächen einen verlässlichen Rahmen. Der Pressekodex des Deutschen Presserats formuliert diese Prinzipien für publizistische Arbeit. Übertragen auf interne Kommunikation heißt das: Beobachtungen und Bewertungen werden getrennt, Zuschreibungen werden vermieden und persönliche Informationen werden verantwortungsvoll behandelt.

Wie läuft die Klärung von Konfliktarten im Team ab?

Die Klärung von Konfliktarten beginnt mit einer gemeinsamen Beschreibung des Anlasses und endet mit einer überprüfbaren Vereinbarung. Erst Diagnose, dann Perspektiven, danach Entscheidung und Umsetzung: Dieser Ablauf verhindert, dass die lauteste Position den Konflikt definiert oder Teams über Lösungen sprechen, bevor die eigentliche Frage feststeht.

  1. Anlass beschreiben: Was ist konkret passiert, ohne Motive oder Charaktereigenschaften zu unterstellen?
  2. Konfliktkern bestimmen: Geht es primär um Sache, Ziel, Rolle, Beziehung, Werte, Interessen, Verteilung oder Struktur?
  3. Perspektiven sichtbar machen: Welche Interessen, Befürchtungen und Erwartungen stehen hinter den Positionen?
  4. Entscheidungsfrage formulieren: Welche konkrete Frage muss beantwortet werden, damit die Arbeit weitergehen kann?
  5. Kriterien vereinbaren: Nach welchen Maßstäben wird abgewogen oder entschieden?
  6. Verbindlichkeit sichern: Wer übernimmt welche Aufgabe, wie wird kommuniziert und woran zeigt sich die Umsetzung?

Ein Konfliktprozess ist erst abgeschlossen, wenn die Vereinbarung außerhalb des Gesprächs funktioniert. Das gilt besonders bei Veränderungen mit mehreren betroffenen Gruppen. Die Deutsche Public Relations Gesellschaft steht für professionelle Kommunikation und Public Relations. In der Praxis wird Konfliktkommunikation dort wirksam, wo Entscheidungen so erklärt werden, dass Beteiligte Konsequenzen, Zuständigkeiten und nächste Schritte verstehen.

Welche Konfliktmanagement-Methode passt zu welcher Konfliktart?

Konfliktmanagement-Methoden sind Werkzeuge für unterschiedliche Aufgaben. Moderation strukturiert Gespräche, Mediation unterstützt Verständigung, eine Führungsentscheidung setzt Prioritäten und Prozessarbeit verändert wiederkehrende Reibungspunkte. Keine Methode ist pauschal überlegen. Sie passt, wenn sie die konkrete Konfliktfrage beantwortet und ein klares Mandat besitzt.

Bei Sach- und Beurteilungskonflikten helfen gemeinsame Begriffe, transparente Annahmen und definierte Entscheidungskriterien. Ziel- und Verteilungskonflikte brauchen Priorisierung sowie ein klar erkennbares Entscheidungsrecht. Rollenkonflikte verlangen Verantwortungen, Übergaben und Eskalationswege. Beziehungskonflikte erfordern einen geschützten Rahmen, in dem Wirkung, Erwartungen und Umgangsformen direkt angesprochen werden.

Wertekonflikte lassen sich nicht durch eine neutrale Formulierung auflösen, wenn zentrale Überzeugungen oder verbindliche Grenzen unvereinbar sind. Dann muss die Organisation festlegen, welche Regel gilt und welches Verhalten erwartet wird. Ein Kompromiss ist nur tragfähig, wenn er die maßgebliche Frage beantwortet und keine Grenzverletzung verdeckt.

Unausgesprochene Spannungen wirken weiter, auch wenn niemand sie offen benennt. Der Beitrag der Technischen Universität Braunschweig zum „rosa Elefanten“ greift genau dieses Muster auf. Für Teams folgt daraus eine praktische Regel: Vermeidung löst den Konfliktkern nicht, sondern verlagert ihn in Nebenabsprachen, Verzögerungen und informelle Entscheidungen.

Welche Praxisbeispiele machen Konfliktarten greifbar?

Praxisbeispiele zeigen, warum der erste Eindruck eines Konflikts täuscht. Der Satz „Das schaffen wir nicht“ kann fehlende Ressourcen, widersprüchliche Ziele oder eine belastete Zusammenarbeit meinen. Nicht die Formulierung entscheidet über die Konfliktart, sondern die Frage hinter ihr und die Person, die diese Frage beantworten kann.

Marketing und Vertrieb streiten über eine Kampagne

Marketing will Aufmerksamkeit aufbauen, der Vertrieb erwartet kurzfristig qualifizierte Kontakte. Der Konflikt ist kein Geschmacksurteil über Gestaltung, sondern ein Zielkonflikt. Die Klärung beginnt mit einer Prioritätsentscheidung und gemeinsamen Kriterien für die Bewertung. Erst danach lässt sich sachlich auswählen, welche Maßnahmen zu diesem Ziel passen.

Nach einer Reorganisation bleiben Entscheidungen liegen

Nach einer neuen Teamstruktur geben Führungskräfte Aufgaben weiter, Beschäftigte warten auf Freigaben und Meetings werden gereizt. Der sichtbare Streit wirkt persönlich, der Kern ist jedoch ein Rollen- und Strukturkonflikt. Zuständigkeiten, Entscheidungsspielräume und Übergaben müssen definiert werden, bevor Appelle an bessere Zusammenarbeit greifen.

Eine verbindliche Grenze wird wiederholt ignoriert

Eine Person missachtet wiederholt eine klare Regel und beruft sich auf die eigene Arbeitsweise. Dieser Fall ist nicht vorrangig durch Ausgleich zu lösen. Wo eine eindeutige Grenze verletzt wurde, braucht es Führung, eine verständliche Erwartung und eine konsequente Reaktion. Mediation ersetzt keine notwendige Verantwortungsentscheidung.

Auch Generationenzuschreibungen ersetzen keine Konfliktdiagnose. Unterschiedliche Erfahrungen prägen Perspektiven, erklären aber keinen konkreten Konflikt automatisch. Die Studie Konsens oder Konflikt – wie verstehen sich Generationen? betrachtet das Verhältnis zwischen Generationen. Für die Konfliktklärung bleibt die präzise Frage maßgeblich: Welche Erwartung, Ressource oder Entscheidung kollidiert in dieser konkreten Situation?

Welche Risiken und Grenzen hat Konfliktmanagement?

Konfliktmanagement hat klare Grenzen, wenn es als Ersatz für Führung, Entscheidungen oder strukturelle Veränderungen eingesetzt wird. Ein Workshop löst keine dauerhaft widersprüchlichen Ziele, und eine Moderation ersetzt kein fehlendes Mandat. Auch ein gut geführtes Gespräch verliert Wirkung, wenn Regeln und Anreize im Arbeitsalltag dieselbe Reibung erneut erzeugen.

Ein häufiges Risiko ist die Psychologisierung. Wenn jede Spannung als Beziehungsthema behandelt wird, verschwinden Sachfragen, Machtfragen und knappe Ressourcen aus dem Blick. Die Gegenbewegung ist ebenso problematisch: Wer ausschließlich Prozesse betrachtet, übersieht verletztes Vertrauen. Gute Konfliktarbeit trennt die Ebenen in der Diagnose und verbindet sie in der Umsetzung.

Stand 2026 machen parallele Veränderungsvorhaben, digitale Abstimmung und verdichtete Kommunikation unklare Prioritäten und Verantwortlichkeiten schneller sichtbar. Das ist kein Beleg für mehr Konflikte, aber ein deutlicher Hinweis auf die Bedeutung sauberer Mandate. Konfliktklärung ist daher keine Reparaturmaßnahme für Eskalationen, sondern Teil verlässlicher Organisationsarbeit.

Wie lassen sich Kosten und Nutzen einer Konfliktklärung bewerten?

Die Kosten einer Konfliktklärung bestehen aus Vorbereitung, Gesprächszeit, Entscheidungsarbeit und Umsetzung. Ihr Nutzen liegt nicht in dauerhafter Einigkeit. Er liegt in klaren Verantwortungen, nachvollziehbaren Prioritäten und Vereinbarungen, die Beteiligte im Alltag anwenden können und an denen sich weitere Entscheidungen orientieren.

AusgangslageSinnvoller AufwandErkennbarer NutzenUnpassender Kurzweg
Eng begrenzte SachfrageGemeinsame Fakten- und KriterienklärungEinheitliche EntscheidungsgrundlageLange Grundsatzdiskussion
Konkurrierende ZielePriorisierung durch das zuständige MandatKlare Richtung für mehrere BereicheAbstimmung ohne Entscheidungsrecht
Unklare RollenMandate, Schnittstellen und Übergaben definierenWeniger Wartezeiten und DoppelarbeitAppell an Eigenverantwortung ohne Rahmen
Beschädigte ZusammenarbeitDirektes Gespräch über Wirkung und ErwartungenVerlässlicherer Umgang im ArbeitsalltagNur neue Prozessregeln einzuführen
Aufwand und Vorgehen sollten zur Ursache des Konflikts passen, nicht zur Sichtbarkeit seiner Symptome.

Der größte Folgeschaden entsteht durch Wiederholung: Entscheidungen werden vertagt, Bereiche arbeiten nach unterschiedlichen Annahmen und Informationen wandern in informelle Kanäle. Eine sorgfältige Diagnose reduziert diese Schleife. Sie stellt die richtige Frage vor die Auswahl der Methode und macht den vereinbarten nächsten Schritt für alle Beteiligten überprüfbar.

Checkliste für die Einordnung von Konfliktarten

Diese Checkliste ordnet die entscheidenden Punkte vor einem Konfliktgespräch. Sie ist keine starre Gesprächsvorlage. Ihr Zweck besteht darin, die Konfliktart, die notwendige Entscheidung und den Umsetzungsschritt vorab so klar zu benennen, dass Beteiligte nicht erneut über Nebenschauplätze verhandeln.

  • Ist der Anlass konkret beschrieben, ohne Schuldzuweisungen oder Motive zu unterstellen?
  • Welche Konfliktart prägt die Situation: Sache, Ziel, Rolle, Beziehung, Werte, Interessen, Verteilung oder Struktur?
  • Welche Nebenebene verschärft den Konflikt, ohne seine Hauptursache zu sein?
  • Wer ist betroffen, wer verfügt über relevantes Wissen und wer hat das Entscheidungsmandat?
  • Welche Information, Priorität, Regel oder Grenze muss nach dem Gespräch klar sein?
  • Welche Interessen sind verhandelbar, welche Vorgaben und Verhaltensgrenzen gelten verbindlich?
  • Wie werden Aufgaben, Kommunikationsweg und Überprüfung der Vereinbarung festgehalten?

Bleiben mehrere dieser Fragen offen, ist ein Lösungsgespräch zu früh. Dann braucht das Team zuerst eine präzisere Diagnose oder eine Entscheidung über das Mandat. Stand 2026 gilt weiter: Ein sauber vorbereiteter Konflikttermin spart keine Auseinandersetzung aus, verhindert jedoch, dass dieselbe Spannung mit neuen Worten im nächsten Meeting wiederkehrt.

Wann ist Kommunikationsberatung bei Konfliktarten nicht die richtige Wahl?

Kommunikationsberatung ist nicht die richtige Wahl, wenn eine akute Grenzverletzung, ein fehlendes fachliches Urteil oder eine unmittelbare Führungsentscheidung im Mittelpunkt steht. Dann müssen Verantwortliche handeln, Regeln durchsetzen oder die erforderliche Fachkompetenz einbeziehen. Kommunikation kann diesen Schritt erklären und begleiten, ersetzt ihn aber nicht.

Bei Konflikten rund um Veränderung, Kultur, Arbeitgeberkommunikation oder strategische Positionierung ist Kommunikationsberatung sinnvoll, wenn unterschiedliche Gruppen eine gemeinsame Deutung und nachvollziehbare Orientierung benötigen. Sie passt insbesondere dann, wenn der Konflikt nach einer Entscheidung in verständliche Botschaften, Dialogformate und klare Erwartungen übersetzt werden muss.

Was folgt nach der Einordnung von Konfliktarten?

Nach der Einordnung folgt eine klare Entscheidung über den nächsten Schritt. Benennen Sie den Konfliktkern, halten Sie Nebenebenen fest und formulieren Sie die offene Frage so konkret, dass sie entschieden oder vereinbart werden kann. Aus einem diffusen Streit wird damit eine bearbeitbare Arbeitsaufgabe mit einem erkennbaren Verantwortungsrahmen.

Die wirksamste Konfliktklärung endet weder bei freundlicher Stimmung noch bei einem Protokoll. Sie zeigt sich daran, dass Rollen, Prioritäten und Umgangsformen im nächsten Arbeitsmoment erkennbar sind. Wenn Konflikte Kommunikation oder Veränderung blockieren, ist ein strukturiertes Klärungsgespräch der sachliche nächste Schritt.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Welche Konfliktarten gibt es im Team?

Häufig sind Sach-, Ziel-, Beurteilungs-, Interessen-, Verteilungs-, Rollen-, Beziehungs-, Werte- und Strukturkonflikte. Wichtig ist die konkrete Ursache der Spannung.

Was ist der Unterschied zwischen Sachkonflikt und Beziehungskonflikt?

Ein Sachkonflikt betrifft Informationen, Begriffe oder Lösungswege. Ein Beziehungskonflikt betrifft Vertrauen, Anerkennung und Umgangsformen; beide Ebenen können gleichzeitig auftreten.

Wie erkenne ich einen Rollenkonflikt?

Rollenkonflikte zeigen sich durch doppelte Aufträge, unklare Freigaben oder Streit über Entscheidungsrechte. Sie erfordern eindeutige Mandate, Verantwortungen und Übergaben.

Wann sollte eine Führungskraft entscheiden statt moderieren?

Bei verbindlichen Prioritäten, knappen Ressourcen oder klaren Grenzen braucht es eine Führungsentscheidung. Moderation strukturiert Perspektiven, ersetzt aber kein Entscheidungsmandat.

Was ist ein kalter Konflikt?

Ein kalter Konflikt zeigt sich durch Rückzug, Verzögerung, stille Gegenwehr oder fehlende Kooperation. Die geringe Sichtbarkeit bedeutet nicht, dass die Spannung gelöst ist.

Sind Zielkonflikte immer negativ?

Nein. Zielkonflikte machen konkurrierende berechtigte Anforderungen sichtbar. Sie werden bearbeitbar, wenn Prioritäten, Kriterien und Entscheidungsrechte klar sind.

Warum scheitern Konfliktgespräche trotz guter Absicht?

Konfliktgespräche scheitern häufig, wenn Konfliktart, Entscheidungsfrage und Gesprächsformat nicht zusammenpassen. Dann werden Symptome besprochen, während Ursache oder Mandat offen bleiben.

Kann ein Konflikt mehrere Ursachen haben?

Ja. Ein Rollenkonflikt kann etwa Vertrauen beschädigen und dadurch eine Beziehungsebene auslösen. Die dominante Ursache bestimmt den ersten Schritt der Bearbeitung.